Mittwoch, 30. März 2022
 

 

  
 
 
 
 

Donnerstag, 31. März 2022
 

 
 
  
Pressemitteilung: 30.03.2022
  
Beethoven-Denkmal:
Schönheitskur und ein neues Innenleben
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Mittwoch, 30. März 2022
 
 
 
 
HBB - Seit Anfang des Jahres wird die Statue des berühmten Bonner Komponisten umfangreich restauriert. Die Arbeiten schreiten gut voran. Bis zu seinem 177. Einweihungsjubiläum am 12. August 2022 soll das Denkmal auf den Münsterplatz zurückkehren.
 
 
Anfang des Jahres 2022 schwebte das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz spektakulär an einem langen Kranarm von seinem Podest auf einen bereit stehenden Tieflader. Aus dem Bonner Zentrum ging es dann in eine Werkstatt in der Nähe Bonns. Dort wird das Wahrzeichen Bonns seit nun rund drei Monaten einer umfangreichen Restaurierung unterzogen.
 
 
Restaurator*innen des von der Stadt Bonn beauftragten Unternehmens Recovis kümmern sich darum, dass das Denkmal fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht wird, beschädigte Stellen repariert und Schmutzschichten entfernt werden. Die Restaurierung des Denkmals wird durch das Städtische Gebäudemanagement (SGB) koordiniert.
 
   
   
  Neue Erkenntnisse nach dem Abbau
 

Neue Erkenntnisse nach dem Abbau Während die Abnahme der Statue am Vormittag des 5. Januars 2022 so verlief wie geplant, sorgte die Demontage des Sockelbereichs in den Nachmittagsstunden für einige unschöne Überraschungen. Im Vorfeld war durch das Öffnen einer der Allegorienplatten auf der Westseite die innere Konstruktion untersucht worden. Diese zeigte sich als gegossener Betonkern mit einer innerhalb des Postaments verbliebenen Holzverschalung.
 
 
Was allerdings darunter lag, war nicht zu sehen – hierfür lag die bronzene Hülle des Postaments zu dicht an. Als nun das Postament ebenfalls durch den Kran abgenommen werden sollte, stellte sich heraus, dass man bei der Wiederaufstellung im Jahr 1965 „auf Nummer sicher“ gegangen war. Das untere, breiter auskragende Kranzgesims war mit Beton ausgegossen worden. Diese Betonschicht hatte sich mit dem Betonkern verbunden, was nun dazu führte, dass ein Abheben der Postament-Hülle nicht mehr so einfach möglich war.
 
 
Das Kranzgesims und eine Allegorienplatte mussten zunächst demontiert werden, so dass das Denkmal am Ende in vier statt nur in zwei Teilen zerlegt und abgebaut werden musste. Als sich der innere Betonkern dann ohne seine Bronzeverkleidung zeigte, kam das ganze Schadensbild erstmalig eindeutig ans Licht. Durch die untere Verfüllung hatte jahrelang Wasser im Inneren des Denkmals gestanden.
 
 
Die Stützkonstruktion aus Beton und Stahl war völlig marode, Anlagerungen von Krusten und Salzen aus dem Beton hatten bereits zu Schäden auf der Innenseite der Bronze geführt. Aus dem Kranzgesims selbst musste zunächst von Hand der Beton herausgestemmt werden, bevor es dann auch seinen Weg in die Werkstatt fand. Die innenseitigen Schäden sind von außen nicht sichtbar, bedingen nun jedoch dringende, weitergehende Restaurierungsmaßnahmen.
 
   
   
  Ein neues Innenleben für Ludwigs Basis
 
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er stützende Betonkern im Inneren war nicht zu halten und musste vollständig abgetragen werden. Nun muss ein neues Innenleben gebaut werden. Dabei handelt es sich bereits um die dritte Konstruktion zur Sicherung der Standsicherheit dieses besonderen Denkmals. Bei seiner Erstaufstellung war der innere Kern aus Ziegeln gemauert worden.
 
 
In den 1960er Jahren baute man diese vollständig bis auf die Bodenplatte zurück und entfernte auch die ursprüngliche Sockeleinfassung aus Granit. Für die Wiederaufstellung griff man damals – ganz im Sinne der Zeit – zu Stahlbeton. Jedoch zeigte sich nun, dass auch dieses Material nicht von Dauer war. Ein neues Innenleben muss nun her, um zu gewährleisten, dass die tonnenschwere Statue in den kommenden Jahrzehnten wieder sicher stehen wird. Um die Durchlüftung des Inneren in Zukunft zu gewährleisten und Wasserschäden im Inneren zu vermeiden, wird das neue „Skelett“ als Stahlstützkonstruktion ausgeführt.
 
 
Aufgrund der nahezu täglich steigenden Materialpreise wird allein der Stahl hierfür mit rund 9.500 Euro zu Buche schlagen. Weitere 10.000 Euro werden für die zusätzlichen Maßnahmen zur Restaurierung des Kranzgesimses und zur Anpassung des neuen Innenlebens anfallen. Diese notwendigen Arbeiten führen dazu, dass die bisher angenommenen Restaurierungskosten in Höhe von 60.000 Euro nicht mehr zu halten sind. Die Abdichtung der Pflanzfläche muss ebenfalls erneuert werden – auch das wurde erst durch den Abbau des Denkmals erkennbar. Im Zuge dessen wird auch das Gitter der Beet-Einfassung überarbeitet.
 
 
Um das Denkmal auch in Zukunft in der bekannten Form in den Abendstunden erstrahlen zu lassen, soll die Beleuchtung auf den neuesten Stand gebracht werden. Statt der bisherigen drei großen Strahler werden neue Leuchten eingebaut, die moderne LED-Technik beinhalten. Hierdurch wird nicht nur den Anforderungen zur Vermeidung von Lichtsmog Rechnung getragen, sondern auch die Energiekosten werden stark reduziert.
 
 
Statt der bisherigen 1,20 Euro pro Tag, werden in Zukunft nur noch rund 40 Cent an Stromkosten pro Woche anfallen. In Summe wird die Gesamtmaßnahme nun 95.000 Euro kosten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Land NRW unterstützen die Maßnahme bereits mit jeweils 15.000 Euro. Um die Mehrkosten aufzufangen, ist das SGB bereits im Gespräch mit Fördermittelgebern.
 
   
   
  Einblicke in die Werkstatt – Restaurierung liegt im Zeitplan
 
Fast 60 Jahre ist es her, dass die gut 3,2 Tonnen schwere Statue sowie das rund 3,4 Tonnen schwere Postament in den Jahren 1963-65 das letzte Mal umfassend restauriert wurden. Vor allem die witterungsbedingten Verschmutzungen und die daraus resultierende Korrosion bedingten nun die umfangreiche restauratorische Reinigung und Konservierung der Großbronze.
 
 
Das Ziel der Reinigung, die mit Schwämmen und Wasser sowie für das Material geeigneten Reinigungsprodukten vor sich geht, ist dabei jedoch nicht die Wiederherstellung „des alten Glanzes“. Vielmehr geht es darum, die schädigenden Schmutzschichten zu entfernen, die historische Patina jedoch zu erhalten.
 
  
Die Statue selbst ist zum größten Teil bereits restauriert. Hierbei war zwischendurch durchaus ein wenig Kraftaufwand beziehungsweise der Einsatz eines Ultraschall-Feinmeißels notwendig. Die Reinigung konserviert das Denkmal und führt dazu, dass in Zukunft das Regenwasser wieder besser ablaufen kann und nicht mehr so schnell für Korrosion sorgt.
 
  
Auch Reparaturstellen der ersten Restaurierung hatten sich über die Jahre an einigen Stellen gelöst. Diese wieder zu befestigen sowie offene Fugen und Nähte zu verschließen, gehörte ebenfalls zu den Restaurierungsarbeiten.
 
 
Bei einem Besuch der Werkstatt konnten sich Medienvertreter am Mittwoch, 30. März 2022, ein umfangreiches Bild vom Fortgang der Arbeiten machen. Im direkten Vergleich der bereits abgeschlossenen Arbeiten an der Statue mit dem noch nicht vollständig restaurierten Postament wurde das Vorher/Nachher-Bild besonders deutlich.
 
 
Ganz am Ende, kurz vor seiner Wiederaufstellung im August, werden die einzelnen Teile des Denkmals dann mit einem Mikrokristallin-Wachs beschichtet. Durch eine leichte Pigmentierung, also Einfärbung in einigen Bereichen, wird hiermit ein stimmiges Gesamtbild der Oberfläche wiederhergestellt.
 
   
   
 
 
 
VORBERICHT
 
 
 
 
 

Freitag, 7. Januar 2022
 

 
  
Pressemitteilung: 05.01.2022
  
Beethoven vom Sockel gehoben

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Mittwoch, 5. Januar 2022
 
 
 
 
HBB - Das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz wird umfangreich restauriert.
 
Grund dafür sind Korrosionsschäden, welche bei einer Begutachtung der Statue im Herbst 2020 festgestellt worden waren. Per Kran wurde die Statue nun auf einen Tieflader gehoben und in die Werkstatt abtransportiert.
 
   
  Dass der Beethoven-Statue auf dem Münsterplatz Gurte angelegt werden, passiert nicht alle Tage. Das letzte Mal im Jahr 1963. Nun war es wieder so weit: Beethoven wurde vom Sockel gehoben. Dafür wurden mehrere Gurte um den Korpus gelegt. Vier weitere dann wie Hosenträger daran befestigt.
 
   
  Noch weitere Fixierungen sorgten dafür, dass die denkmalgeschützte Figur mit Hilfe eines Krans so behutsam wie möglich angehoben und auf einen Tieflader verfrachtet werden konnte. Anschließend war das Postament dran. Insgesamt rund 6,6 Tonnen Gewicht wurden so bewegt: die Statue wiegt rund 3,2 Tonnen, die Sockelverkleidung (Postament) rund 3,4 Tonnen.  
 
   
  Wie sich bei den Begutachtungen im Herbst 2020 gezeigt hatte, hat sich auf den Stellen des Denkmals, welche der Sonne ausgesetzt sind, eine Korrosion ausgebreitet. Schmutz und Wasser können so ungehindert eindringen, damit erhöht sich das Risiko einer Korrosion im Innenbereich deutlich. Diese Schäden sind für Betrachter des Denkmals kaum beziehungsweise nicht erkennbar, müssen jedoch dringend behoben werden, um weitere Schäden zu verhindern.
 
   
  Die Restaurierung der Beethoven-Statue wird vom Städtischen Gebäudemanagement organisiert. Mittels Ausschreibung wurde die Firma Recovis gefunden und beauftragt. Das Unternehmen aus Schleswig-Holstein ist spezialisiert auf Metallrestaurierungen, insbesondere von Bronze. Für die Restaurierungsarbeiten hat Recovis eine Werkstatt in der Nähe Bonns angemietet, um den Transportweg für die kostbare Fracht so kurz wie möglich zu halten.
 
   
  In der Werkstatt werden die bronzenen Bestandteile des Denkmals zunächst gereinigt. Das Ziel der Reinigung - mit Wattestäben, Schwämmen und Wasser sowie für das Material geeigneten Reinigungsprodukten - ist nicht eine absolut saubere Oberfläche, sondern die Beseitigung aufgelagerter Schmutzschichten unter Erhalt der historischen Patina. Anschließend erfolgt voraussichtlich noch eine vorsichtige mechanische Reinigung von noch nicht gelösten Verschmutzungen, zum Beispiel Taubenkot. 
 
   
   
 
 
   
   
  An mehreren Stellen des Rahmens, der seitlichen Allegorien-Platten und der Statue müssen zudem Graffiti-Verschmutzungen in Teilflächen beseitigt werden. An überschatteten beziehungsweise reich reliefierten Stellen der figürlichen Darstellungen und der Statue sind nach den Reinigungen noch starke Verkrustungen zurück zu arbeiten, um so die Schad- und Fehlstellen freizulegen und eine denkmalgerechte Überarbeitung des beschädigten Areals zu ermöglichen.
 
   
  Damit wird auch die Wasserabführung verbessert. Je nach Festigkeit und Beschaffenheit der Korrosionszone wird es gegebenenfalls notwendig sein, die Krusten in den betroffenen Bereichen punktuell mit Skalpell und Glasfaserstift auszudünnen.
 
   
  Das Denkmal wurde zuletzt in den 1960er Jahren, 1963-1965, umfangreich restauriert. Reparaturstellen aus dieser Zeit, sogenannte Bronzeplomben oder auch Bronzeplättchen, haben sich an einigen Stellen gelöst. Diese werden wieder befestigt und weitere offene Fugen und Nähte verschlossen.
 
   
  Abschließend werden die einzelnen Teile mit einem Mikrokristallin-Wachs beschichtet. Durch eine leichte Pigmentierung, also Einfärbung in einigen Bereichen, wird hiermit ein stimmiges Gesamtbild der Oberfläche wiederhergestellt. 
 
   
  Der Betonkern des Sockels verbleibt vor Ort und wird ebenfalls instandgesetzt. Damit der Platz des Denkmals für die Zeit der Restaurierung nicht leer bleibt, hat das Städtische Gebäudemanagement einen Sockelschutz mit Informationen und historischen Ansichten der Statue entworfen. Dieser verkleidet die drei Meter hohe Holzkiste bis zur Rückkehr Beethovens.
 
   
  Die Restaurierung des Denkmals wird durch das Städtische Gebäudemanagement (SGB) koordiniert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Land NRW unterstützen die Restaurierung mit je 15.000 Euro. Die Gesamtmaßnahme wird nach aktuellem Stand rund 60.000 Euro kosten. Im Sommer 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
 
   
   
  Historie des Denkmals
   
  Das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz wurde am 12. August 1845 zum Gedenken an Beethovens 75. Geburtstag und anlässlich des ersten Beethovenfestes enthüllt. Den Feierlichkeiten war ein jahrelanges Engagement der Bonner Bürgerinnen und Bürger -insbesondere von Robert Schumann und Franz Liszt - vorausgegangen.
 
   
  Die Gestaltung eines Denkmals für Ludwig van Beethoven übernahm der damals bereits in Dresden und München erfolgreiche Bildhauer und Professor an der Dresdner Kunstakademie, Ernst Julius Hähnel. Sein Konzept wurde als modern und zugleich erhaben eingeschätzt. Ausgeführt wurde die Statue vom Bildhauer und Erzgießer Jacob Daniel Burgschmiet.
 
   
  Am 12. August 1845 wurde das Denkmal in Anwesenheit von Königin Victoria und Prinz Albert, König Friedrich Wilhelm IV, Erzherzog Friedrich von Österreich und Alexander von Humboldt enthüllt. Da die Hoheiten einen Ehrenplatz auf einem Balkon hinter der Statue (heutiges Postamt) erhielten, stand diese mit dem Rücken zu ihnen. Alexander von Humboldt sagte daraufhin: „Ja, er ist auch schon in seinem Leben immer ein grober Kerl gewesen." Die Erheiterung spielte den Fauxpas etwas runter.
 
   
  In den Jahren 1963 bis 1965 ist die Statue schon einmal restauriert worden. Hierzu war die Statue nebst Sockel mithilfe eines Autokrans verladen worden und stand rund 20 Monate in der Kunstschmiede Karl König in Bonn, bevor das Denkmal am 28. April 1965 feierlich wieder aufgestellt wurde. Das frisch restaurierte Denkmal war wenige Wochen später, im Mai 1965, auch Station von Königin Elisabeth II von England während ihres Deutschlandbesuchs.
 
   
  Am 6. November 1987 wurde die Beethoven-Skulptur als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Bonn eingetragen.
 
   
   
   
   
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Quelle: Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn
Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit,
Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn
Webseite: www.bonn.de

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Frau Claudia Walter / Frau Isabel Klotz
Telefon: 0228 775467
Bundesstadt Bonn - 53103 Bonn
E-Mail:
claudia.walter@bonn.de
Foto: Giacomo Zucca/Bundesstadt Bonn
 
 

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